D&O-Versicherung

Zunehmend werden Führungskräfte unter anderem wegen unsorgfältigem oder passivem Management, fehlerhafter Organisation des Unternehmens, fehlerhafter Auswahl von Mitarbeitern, fehlender Überwachung des Geschäftsganges, der Zahlungsfähigkeit und/oder der Erfüllung gesetzlicher Pflichten durch das eigene Unternehmen oder aber auch durch Dritte auf Schadenersatz in Anspruch genommen. Nachdem die Versicherungswirtschaft diesem Risiko zunächst auf dem amerikanischen Markt Rechnung trug, gewinnt die so genannte D&O-Versicherung (Directors & Officers-Versicherung) auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung.

Die D&O-Versicherung ist eine reine Vermögensschaden-Versicherung für Führungskräfte und Aufsichtsorgane. Nach dem Gesetz haften solche Organe sowohl im Innen- als auch im Außenverhältnis für alle von ihnen begangenen Pflichtverletzungen mit ihrem gesamten, persönlichen Privatvermögen.

Davor soll die D&O-Versicherung schützen. Versicherungsnehmerin ist im Regelfall das Unternehmen, für welches die versicherte Person tätig ist, wobei der Versicherungsschutz nicht nur die Abwehr von Haftpflichtansprüchen, sondern auch deren Befriedigung umfasst. Nicht versichert sind grundsätzlich Schäden aus vorsätzlichen Handlungen, Vertragsstrafen, Geld-bußen sowie Entschädigungen mit Strafcharakter.

Nach den regelmäßig im Markt verwendeten Bedingungen bestimmt sich der Zeitpunkt des Versicherungsfalles nach dem „Claims-Made-Prinzip“. Versicherungsschutz besteht demnach für Ansprüche, die während der Vertragslaufzeit erstmals erhoben werden und sich auf während der Vertragslaufzeit begangene Pflichtverletzungen beziehen.

Der zeitliche Deckungsrahmen wird allerdings meist noch mit einer Rückwärtsversicherung oder Nachhaftungsfrist vergrößert.

Anzahl der Organhaftungsfälle steigt - auch in Deutschland

Obwohl sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Haftung nicht verändert haben, ist die Anzahl der in Anspruch genommenen Organe auch hier zu Lande stetig gestiegen, weil z.B.  immer häufiger private sowie institutionelle Anleger bei wirtschaftlichen Fehlschlägen nach Schuldigen suchen und schließlich vor Gericht Gehör finden. Nach Pressemitteilungen haben sich D&O-Fälle seit 2007 mehr als verdreifacht.

In Deutschland haben u.a. die öffentlich bekannt gemachten Fälle EM.TV, Holzmann, Berliner Bank sowie Telekom, Mannesmann/Vodafone, Deutsche Bank, Jürgen Schrempp/Daimler Chrysler die Wirtschaft aufgeschreckt. Dabei werden längst nicht alle Fälle publik. Vieles wird hinter verschlossenen Türen vergleichsweise bereinigt.

Rund 40 Prozent aller bisherigen Schadenmeldungen entstanden aus Trennungssituation heraus. Exemplarisch hierfür sind Fälle, bei denen bei Eintritt neuer Gesellschafter Geschäftsführer oft aus emotionalen Gründen gekündigt werden. Viele Vorwürfe sind meist unberechtigt und nur darauf angelegt, Abfindungssummen zu kürzen.

Zirka 30 Prozent der gemeldeten Schadenfälle werden rein vorsorglich im Rahmen der Obliegenheitspflicht vom Versicherungsnehmer angezeigt. Bei den restlichen Fällen stehen Ansprüche im Raum, die häufig erst nach einigen Jahren geklärt werden können.

Die Abwicklung von Versicherungsfällen dauert nicht selten 3 bis 6 Jahre. Sie könnte sich bei komplizierten Sachverhalten aber auch noch länger hinziehen. Oft sind es die zu Beginn unbedeutend wirkenden Fälle, die letztlich das meiste Geld kosten und zu einem bösen Erwachen führen.

Hier kann Versicherungsschutz zumindest vor finanziellen Schäden schützen. Sprechen Sie uns an.

Branchen- und
Sonderkonzepte

Als technischer Versicherungs-
makler bieten wir Ihnen
eine Vielzahl von Branchen-
und Sonderkonzepten
mit entsprechenden
Deckungserweiterungen
und -besonderheiten.

Gerne beraten wir Sie hierzu
persönlich und umfassend.
Bitte sprechen Sie uns an.

Beratung anfordern

Ihr Ansprechpartner

Tel.: +49 (0)2102 / 86 66 -36